LichtBildGestalter

Frank Borsikowski

Wortgebilde

WortGeBilde Composing

eine kleine Auswahl an Texten

Alle diese Texte stehen unter der Lizens Creative-Commons: CC BY-NC-ND 3.0 DE
(Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland)

Creativ Commons
  
Novemberbeeren Wir schreiten entlang der Felder
Den Kopf aus der Welt genommen
Schattenverhüllt liegen die Wälder
Die Blicke der Welt geronnen

Wärmend meine Hand hältst Du
Entlang der Reihen voll Wehmut
Zwei Herzen, wandernd in Ruh
Geniessen der Landschaft Armut

Denn Reich im Innern wir sind
Zwischen Spalieren vergangener Früchte
Dort wo der Abend beginnt
Verstreuen Gefühle, doch keine Gerüchte

Der Nebel Trägt den Abend
Wo einst die Blüten noch standen
Farben unter sich begrabend
Zu denen die einst Wärme empfanden

Wir stehen entlang vergessener Beeren
Erinnerung schläft in der müden Erde
Wie süße Früchte wir einander begehren
Träumen das die Wahrheit Zukunft werde

Dein Blick, gerahmt vom Novembernebel
Lässt Liebesfrüchte in mir keimen
Wie der Raben freche Schnäbel
Greifst nach den Früchten, den meinen

Mit weichem Tuch der Abend sich bettet
Die Schritte nun Heimwerts gelenkt
Über die Zeiten haben uns gerettet
Und haben uns aneinander verschenkt
  
Mein Fenster in die Welt hinaus Ein Vogel setzt sich auf 'nen Ast
macht dort Halt
nur kurz die Rast

Zugleich der Wind in den Wipfeln weht
Zart, ganz sanft
Des Windes Sprache der Vogel wohl versteht

Drei Bäume weiter der Specht hängt am Baum
er klopft beharrlich
sein trommeln ist des Windes Saum

Der Buchfink sucht nach Nahrung nun
hüpft auf die Wiese
flink läuft er, ein eiliges Tun

Das Eichhorn scheucht die Vögel auf
läuft frech und keck
und klettert dann den nächsten Baum herauf

Das Elsterpaar hielt Hochzeit schon
landet gemeinsam
findet Nahrung und zurück zum Nest, zum der Sohn

es landet auf 'nem Baum und gurrt die Ringeltaube
dort der Specht noch hockte
ihren Ruf hört man entfernt noch in der Laube

Aus der Ferne ein Grünspecht schalt
die Amsel stimmt mit ein
den Regen läst den schwarzen Vogel kalt

Vom fernen Rheinufer erklingt der Ruf
von zahlreichen Krähen
mit den Espen dort einen Hort ihnen schuf

so könnte ich noch lange fort Berichten
von Meisen, Hasen, Füchsen
doch schließe ich mein Fenster nu'
und leg mich hin und geh zur Ruh
  
Die Socken In meiner Socke wohnt ein Loch
es ist recht klein, fast winzig noch
gar unbedeutend, zu übersehen
haust es dort zwischen zwei Zehen

Und doch störte es da ein wenig
ist mir fremd und fast behebig
schau es mir an und zum Verdruss
hält es sich fest am rechten Fuß

Doch was soll es, sag ich mir
jetzt bist du schon mal hier
drum bleib einstweilen, still,
da unten ich dich gerne tragen will

So lade ich es ein zu bleiben
Zeit mit mir sich zu vertreiben
den Tag mit mir zu begehen
und einen Fußmarsch zu überstehen.

So behielt ich die Socken an
und ging frohen Mutes, wohl an.
Der Tag verging und schon bald
war der Tag im Abend verhallt

Was soll ich euch sagen, am Tagesende
ich zog die Schuh aus, recht behände
da war das Loch nicht mehr allein
hat Geschwister bekommen, derer zweien.
  
Gestalt Wenn du eine Feder wärest,
würde ich mich mit ihr streicheln.
Wenn du Wasser wärest,
würde ich darin baden wollen.
Wenn du eine Blume wärest,
würde ich sie gießen.
Wenn du eine Wolke wärest,
würde ich auf Regen warten.
Wenn du eine Quelle wärst,
würde ich aus ihr trinken.
Wenn du ein Feld wärest,
würde ich es bestellen.
Wenn du eine Frau bist,
werde ich dich lieben.
  
Hofnarren hofnarren sind wir
und niemand nimmt uns ernst
wir können bösen scherze machen
und traurige Witze reißen
doch niemand nimmt uns ernst
hofnarren sind wir
und spielen am hofe des königs
der könig jedoch ist tod
nur bemerkt hat es
ausser uns hofnarren
noch niemand
  
Mondlicht Der Mond hüllt sich in fahles Licht,
ebenso wie in schweigen.
Leicht verschleiert wirkt sein bleiches Anlitz
wie die zart geäderte Haut einer jungen Frau in einer Winternacht.
Selbst wärmster Kerzenschein vermag es nicht,
dieser Zartheit einen anderen Ton zu verleihen.
Unwirklich aber unwiderstehlich, zieht beharrlicher er seine Bahn.
Kaum etwas das nicht seinen Glanz wiederspigelt.
Man möchte ihn anfassen, streicheln.
Doch könnte er zerbrechen.
Drum lass ihn ziehen.
Mit ihm meine Sehnsucht.


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